„[..]Die aktuelle Euro-Schuldenkrise stellt die Europäische Union vor enorme Herausforderungen und es ist leider noch nicht absehbar, wie diese am Ende bewältigt werden können. Es ist jedoch umso entscheidender die politischen Turbulenzen zum Anlass zu nehmen, jetzt die Grundlagen für eine bessere Zukunft zu schaffen. Während in der Öffentlichkeit die berechtigten Sorgen der Kosten der Krisenbewältigung im Vordergrund stehen und euroskeptische Stimmen stärker werden, wäre aus unserer Sicht eine Renationalisierung im Allgemeinen und ein Zurückdrehen der Europäischen Integration fatal.
[…]Es führt aber kein Weg daran vorbei, die Mitsprache der Bürgerinnen und Bürger auf europäischer Ebene auszubauen. Nur wenn sie bei der Auswahl des EU-Personals mehr mitentscheiden können, werden sie sich in den Europäischen Institutionen ausreichend wiederfinden. Als Gegenpol zu der EU-Kommission und dem Europäischen Rat muss das Europäische Parlament weiter gestärkt werden, damit Prozesse stärker demokratisch und transparent gestaltet werden können. In Ergänzung sollen auch die nationalen Parlamente durch ihre Kontrollfunktionen dafür sorgen, dass die auf europäischer Ebene getroffenen Entscheidungen auf Mehrheitsverhältnissen basieren, die den Wählerwillen widerspiegeln.
Genau das ist das Alleinstellungsmerkmal der Europäischen Union. Die EU ist die einzige supranationale Organisation, die eben kein Exklusivclub von Regierungschefs und Lobbyvertretern ist, sondern die die Bürger direkt an den Entscheidungen beteiligt. Auch das war ein Grundgedanke jener Frauen und Männer, die aufbauend aus den Lehren zweier Weltkriege die europäische Integration auf den Weg brachten.
Heute umfasst die erweiterte EU 27 Mitgliedstaaten mit sehr unterschiedlichen kulturellen Werten und historischen Erfahrungen. Gerade das zeichnet das europäische Friedensprojekt aus. Nur vereint kann Europa im heutigen Zeitalter auf internationaler Ebene erfolgreich mitgestalten.“
“[…]The current Euro debt crisis presents the European Union with a tremendous challenge and unfortunately, it is not yet foreseeable how we can solve it. However, it is even more crucial to see the turmoils as an opportunity to build the basis for a better future. […] But there is no other choice than to increase civic participation on a European level. Only when they can participate in the choice of EU personnel they will feel represented in European institutions. As an counterforce to the EU commission and the Council of Europe the European parliament must be strengthened in order to shape political processes more democratically and transparently. In addition, the national parliaments should, through their control function, make sure that the decisions made on the European level represent majority votes which represent the electorate.
This is a unique feature of the European Union. The EU is the only supranational organisation which is not an exclusive club for heads of government and lobbyists but it directly involves citizens. This was another foundational idea of those women and men who brought forth European integration based on the lessons of two world wars. Today the enlarged EU includes 27 member states with highly different cultural values and historical experiences. This is exactly what distinguishes the European peace project. Only united, a modern Europe can successfully act on an international level.”